Langenbeutingen und Neudeck
Typisch für Langenbeutingen sind die vielen rundbogigen zur Straße weisenden Kellereingänge der Bauern- und Wengerterhäuser. Ackerbau, Viehzucht und Wein-bau waren bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts die Haupterwerbsquellen.
Die ersten frühgeschichtlichen Siedlungsspuren reichen bis in die Zeit um 1000 v. Chr. zurück. Anzeichen römischer Präsenz gibt es ebenso wie vorchristliche Zeugnisse.
Der westliche Teil des Dorfes wird erstmals zur Zeit der Alemannen als „Butinga in Bretachgowe“ erwähnt. Daraus folgt, dass Beutingen mit zu den ältesten Orten der Gegend gehört. Der Tausch von Grundstücken in Butinga ist 855 im Lorscher beurkundet. Urkunde 3618 (855 October 24)
Die zwei Kirchen im Wappen von Langenbeutingen kommen nicht von ungefähr. Das lang gezogene Straßendorf ist erst etwa um 1600 aus den beiden Orten Beutingen und Wyler (Weyler) zusammengewachsen. Beutingen und Weyler hatten je eine eigene Kirche, Weyler im Osten die Martinskirche, Urkirche des Brettachtales, erwähnt um 865, und Beutingen im Westen die Frühmesskapelle zur Hl. Maria, die heute schlicht das„ Untere Kirchle“ genannt wird.
Beutingen war vor dem 19. Jahrhundert und Langenbeutingen ab 1809 Amtsort für verschiedene Verwaltungsaufgaben einiger Nachbargemeinden. Langenbeutingen war Sitz eines Amtsvogtes und hatte ein Marktrecht.
Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts hieß der Gesamtort, als Beutingen und Weyler zusammengewachsen waren, nur Beutingen.
1806, unter Napoleon, kam Hohenlohe und damit auch Beutingen zu Württemberg. Unter den Württembergern wurde der Ortsname auf Langenbeutingen erweitert. Langenbeutingen erhielt das Patrimonialamt im Oberamt Neuenstein des Kreises Öhringen. Seit 1809 gehörte Langenbeutingen zum Oberamt und seit 1938 zum Landkreis Öhringen. 1975 schlossen sich die Langenbeutinger dem Landkreis Heilbronn an.
Der Weiler Neudeck liegt im Osten der Langenbeutinger Gemarkung. Von der Burg derer von Neudeck, die im 16. Jahrhundert ausstarben, sind heute keine Spuren mehr vorhanden.
Kennzeichnend für Langenbeutingen ist die Ausgewogenheit zwischen Wiesen-, Acker-, Wald- und Weinbergflächen. Sehenswürdigkeiten sind das Untere Kirchle (Marienkirchle), die Martinskirche, die alte Tanzlinde, die Herrschaftskelter, die Zehentscheuer, das alte Rathaus und nicht zuletzt die vielen prächtigen Bürger- und Bauernhäuser; nicht vergessen darf man die mächtige burgähnliche Schafscheuer in Neudeck. Aber nicht die Summe der Einzelteile macht den Wert des Ortsbildes aus, es ist die lebendige Vielfalt. In jüngster Zeit erhielten Langenbeutingen und Neudeck Silbermedaillen in Landeswettbewerben für das schönste Dorf.
Im Jahr 1966 weihten die Langenbeutinger in der Brettachtalaue im Sportplatz- und späteren Talhallenbereich ein Freibad mit Unterwasserblick ein. Junge und alte „Wasserratten“ und Sonnenanbeter wussten das Besondere dieses weit aus dem Erdboden herausragenden Bades zu schätzen. Im Dezember 2020 beschließt der Gemeinderat das Freibad mit Unterwasserblick abzubrechen. Im Februar 2021 ist das geliebte Bad Geschichte.
Quellen:
- Der Landkreis Heilbronn, 1. Auflage 2010
- Staatsarchiv Würzburg
- Hess. Staatsarchiv Marburg
- Lorscher Kodex
- Archiv Evang. Kirchengemeinde Langenbeutingen
- Neckarsulmer Heimatbuch


